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Außergewöhnliche Restaurants gab es auch in der DDR. Ob Japanisch, Italienisch oder Essen im Speisewagen der MITROPA, trotz Versorgungsmängeln. Dort wo ein Vollblut-Gastronom im Einsatz war, bildeten sich Versorgungskanäle und die Kunst des Kochs kompensierte fehlende Zutaten.

Japanrestaurant Suhl

© Archiv Stadtbücherei Suhl

Japanrestaurant Suhl

Japanische Küche in der DDR. Die HO-Gaststätte "Waffenschmied" war von 1966 bis 1986 das einzige japanische Restaurant in der DDR. Bis zu zwei Jahre Warten auf einen Tisch ist keine Seltenheit, mit Preisen zwischen 99 und 136,50 DDR-Mark war das eine Monatsmiete für ein Menü - und doch einer der wenigen kunterbunten Tupfer im vielschichtigen Grau der DDR. Nach dem Ende der DDR wurde der "Waffenschmied" abgewickelt und das Gebäude von der Treuhand verkauft.

Der Geist von Rolf Anschütz hat die Zeit überlebt. Basierend auf Interviews mit Rolf Anschütz und Erinnerungen ehemaliger Angestellter und Gäste hat der Filmproduzent Carl Schmitt den Film "Sushi in Suhl" über die Geschichte des Gastronoms und seines "Waffenschmieds" geschaffen.

Mit dem "Sakura" gab es ab dem 13. März 1981 im Leipziger Interhotel Merkur ein weiteres japanisches Nationalitätenrestaurant in der DDR.
MITROPA-Speisewagen

© Clemens T. Kral

Mitropa

Vor 100 Jahren wurde die Mitteleuropäische Schlaf- und Speisewagen AG in Berlin gegründet.

1949 eröffnete die Mitropa in Halle das erste Bahnhofsrestaurant. Zum Ende der DDR machten 15.000 Mitropa-Mitarbeiter einen Jahresumsatz von 1,5 Milliarden DDR Mark – auf der Schiene, in hunderten Gaststätten und Kiosken sowie in sechs Hotels. Legendäres Geschirr, was im Internet immer noch fleißig gehandelt wird, erinnert an die guten alten Zeiten. Nebenbei, die Mitropa bekochte sogar Ausflugsschiffe und Flugzeuge.

Wer heute wieder in einem Mitropaspeisewagen einkehren und nostalgisch essen möchte, kann das beispielsweise Am Sportplatz 10 in 39649 Gardelegen (OT Miesterhorst) tun.
Zum Goldbroiler

© unbekannt

Zum Goldbroiler

Aus Anlass des 50. Jahrestages der Oktoberrevolution eröffneten am 7. November 1967 drei Grillbars „Zum Goldbroiler“ in Berlin. Die neuen Restaurants wurden als eine spürbare Verbesserung des gastronomischen Angebots in der DDR-Hauptstadt war genommen.

Wie viele Grillbars, Goldbroiler Restaurants und Broilerbars es in der gesamten DDR Ende 1989 gab, ist leider unbekannt.

Die Einrichtung der Grillbars galt als behagliche, internationalen Ansprüchen entsprechende Gastronomie. Für die Gäste galt häufig eine Wartezeit von 20 Minuten für die Hauptmahlzeit. Besonders der Außer-Haus-Verkauf übertraf alle Erwartungen.

Unbedingt sehenswert ist die Broilerbar in Warnemünde. Fast das gesamte Interieur stammt aus den 1970er-Jahren und wird auf Wunsch der Gäste nicht ausgetauscht.

Hier findet sich eine Liste noch existierender Broilerbars.
Gastmahl des Meeres

© unbekannt

Gastmahl des Meeres

Eine Besonderheit unter den HO-Gaststätten war das Spezialitätenrestaurant "Gastmahl des Meeres". Das erste "Gastmahl des Meeres" eröffnete 1966 in Weimar. Immerhin 36 Restaurants sind es zu Zeiten der DDR geworden.

Rudolf Kroboth stellte Anfang der 1960er Jahre das Konzept einer Kette von Fischgaststätten in größeren Städten der Republik vor. Kroboth war zu der Zeit Werbeleiter im Fischkombinat Rostock sowie Gastgeber der von ihm entwickelten Sendung Tip des Fischkochs. Bis zu 100 Gerichte wurden in den Gaststätten angeboten. Es gab einheitliche Menüs, Geschirr, Kleidung etc. In den Städten der Lokale veranstaltete Rudolf Kroboth ein Schaukochen in fahrbaren Fischküchen.

Das "Gastmahl des Meeres" in Weimar schloß als eines der letzten im Jahr 2013. Das "Gastmahl des Meeres" in Potsdam, eröffnet 1970, hat seit Ende 2014 geschlossen.

Verblieben sind noch die Restaurants in Freiberg (besteht seit 1969), Suhl (besteht seit 1973), Görlitz (besteht seit 1976) und Sassnitz (besteht seit 1977).
Nationalitätenrestaurant Minsk in Potsdam

© Heidemarie Milkert

Nationalitätenrestaurant

Der Begriff Nationalitätenrestaurant beschrieb in der ehemaligen DDR ein Restaurant mit ausländischen Speisen der sozialistischen Bruderländer. Dies stellte eine Besonderheit dar, da es im öffentlichen Stadtbild kaum Restaurants mit ausländischer Küche gab. Die wenigen Nationalitätenrestaurants waren in erster Linie in besonderen Hotels und Gaststätten mit gehobenem Anspruch untergebracht.

Die volkseigene Handelsorganisation der HO betrieb seit den 1950er Jahren in Berlin sieben legendäre Nationalitätenrestaurants: Moskau, Budapest, Warschau, Bukarest, Sofia, Praha und Morava. In Potsdam Minsk und in Leipzig das Restaurant Sakura. Alle Restaurants wurden mit dem Ende der DDR geschlossen.

In den Restaurants sollte durch eine ländertypische Küche und verschiedene Veranstaltungen den Gästen ein Einblick in die kulinarischen und kulturellen Bräuche der jeweiligen Länder geboten werden. Die Nationalitätengaststätten erfreuten sich großer Beliebtheit und zählten mit ihrem außergewöhnlichen Speisenangebot und den gehobenen Preisen zu den besten Adressen in der Gastronomie der DDR.
Krusta-Stube

© DPA

Krusta Stube

Im Mai 1976 entstanden in Ostberlin die begehrten Krusta-Stuben, das war in der DDR-Gastronomie das Gegenstück zur Pizza. Wieder eine der Versorgungslösungen die die DDR-Küche unverwechselbar machten. Die Krusta basierte auf einem eher dunklen, mischbrotartigen Teig und wurde auf einem Backblech gebacken, dann in zwölf mal zwölf Zentimeter große rechteckige Stücke geschnitten und verkauft.

Allen Sorten war gemein, dass sie lecker belegt und mit Käse überbacken wurden. Die Krusta existierte in mehreren Varianten, deren Beläge sich ebenfalls erheblich von denen der Pizza unterschieden und sich an der schwankenden Versorgungslage für einzelne Zutaten orientierte. Beispiele für die möglichen Variationen waren:
• die Geflügel-Krusta, mit Hühnerfleisch und Gemüse
• die Krusta Grandiosa, mit Sauerkraut, Hackfleisch und saurer Sahne
• die Teufels-Krusta, mit scharf gewürztem Fleisch.

Nach dem Ende der DDR verschwand die Krusta aus der Gastronomie Ostdeutschlands. Die letzte bekannte Krusta-Stube betrieb einer der Entwickler, Bernd Bosler, bis 1994 in Berlin.
Ket-Wurst Bude

© Berliner Fressen

Ket-Wurst Bude

Der tägliche Improvisations- und Beschaffungskampf in der DDR bringt 1979 ein weiteres Beispiel für "Fast Food" auf den Markt - entwickelt vom Rationalisierungs- und Forschungszentrum Gaststätten.

Vom Curryketchup, der nach einem besonderen Rezept gemacht wurde, kommt das KET und vom Brühwürstchen die WURST: KET-WURST. Sie diente dazu die Versorgung am Berliner Alexanderplatz zu verbessern. Die Erfinder der Wurst in der länglichen, vorgewärmten Schrippe, Mitarbeiter des HO-Gaststättenbetrieb Fernsehturm Berlin, wurden hoch geehrt. Auf der 3. Bereichsmesse der Meister von morgen erhielten ihre Erfinder eine Anerkennung für ausgezeichnete Leistungen für das Exponat Versorgungslösung Ket-Wurst.

Die Ket-Wurst schafft schließlich nach der Wende sogar den Sprung in die Marktwirtschaft und wird fortan als geschmackvolle Erinnerung an die DDR angeboten. Zum Beispiel in der Schönhauser Allee (Alain Snack) oder dem Zentrum Schöneweide. Ja, es schmeckt wie früher.
Grilletta

© picture-alliance/ZB

Grilletta

Ende der 70er Jahre erhielt das „Rationalisierungs- und Forschungszentrum Gaststätten - Hotels - Gemeinschaftsverpflegung” Berlin den Auftrag, ein zusätzliches Fast-Food-Gericht zu entwickeln, um den Hunger der Bürger stillen zu können. Im Laufe der Zeit entstanden spezielle Grilletta-Imbissstände und -Gaststätten.

1982 wurde dann die Grilletta auf den Markt gebracht: Ein Brötchen – in der DDR aus Sauerteig – wurde aufgeschnitten, an den Schnittflächen angewärmt und eine „Grillette” (ähnlich der Boulette) aus Schweinfleisch eingelegt. Wenn nicht verfügbar, gab es auch Varianten mit Jagdwurst oder Hähnchenfleisch.

Die Grilletta wurde dann mit Ketchup bestrichen. Da Ketchup oft Mangelware war, wurde oft auch süßsaures Chutney verwendet. Je nach aktuellem Angebot der Geschäfte wurden die Grilletten mit Salat, Zwiebel, Tomaten und/ oder Käse belegt.

Die Grilletta ist aus dem Straßen-Essen nahezu verschwunden.
Pizza Buffet auf einem Dresdner Markt

© Rudolf Scheibe

Pizza Buffet

Neben Krusta und Grilletta in Berlin, tat sich auch in den anderen Bezirken der DDR etwas. In den Achtzigern erobert eine planmäßig aufgebaute Schnellimbiss-Kette die Republik: Pizza Buffet. Gemeinsam wird das Konzept und die Rezepturen für das Pizza Buffet vom Backwarenkombinat Leipzig, das Rationalisierungs- und Forschungszentrum Gaststätten, Hotels, Gemeinschaftsverpflegung in Berlin und dem Institut für Getreidewirtschaft in Potsdam-Rehbrücke entwickelt. Der Teig für den Pizzaboden und die „Belagsorten“ wurde industriell vorgefertigt bzw. zentral produziert.

Für die gastronomische Schnell- bzw. Zwischenversorgung, ausgehend von Dresden, hier gab es 5 „pizza-buffet“-Imbissgaststätten, existierten 1988 DDR-weit 42 Pizza Buffets sowohl als stationäre Gaststätten, als auch im Raum Dresden als mobile Stände.

Die bekanntesten Rezepturen waren: Fleischpizza (Bologneser Soße, Rinderschmorfleisch, Gewürzgurken, Käse, Vollfett), Kassler-Pizza (Bologneser Soße, Salami, Kassler, Käse, Vollfett) und Bauern-Pizza (Tomatenketchup, Salami, Gewürzgurken, Schinkenspeck, Zwiebeln, geräucherter Speck und Käse). Den Pizzaboden mischte man aus Weizenmehl, Hefe, Salz, Öl und Vollmilchpulver.
Das originale DDR-Softeis

© gabrealness.tumblr.com

Das originale DDR-Softeis

Zu DDR-Zeiten war es der Hit im Sommer: leckeres Schoko-Vanille Eis gezapft aus dem "Eisfreezer" ILKA – das sind schöne Kindheitserinnerungen. Immerhin 250 kleine Eis schafft die Maschine pro Stunde. Das Softeis wird nicht mit Luft künstlich aufgepumpt und schmeckt so intensiver und es läuft selbst bei höheren Temperaturen nicht gleich weg.

Produziert wurden die ILKA im Volkseigenen Betrieb (VEB) Niedersachswerfen. Wie in der DDR üblich musste man auch hier drei bis vier Jahre auf die Lieferung des Gerätes nach der Bestellung warten.

Bis heute laufen die nostalgischen Maschinen, die ein bisschen wie ein großer Kühlschrank aussehen, brummend und ab und an pfeifend.
Fioretto


Fioretto Berlin

"cucina italiano" - das einzige italienisch inspirierte Restaurant der DDR befand sich im Ostberliner Stadtteil Köpenick, nur 5 Minuten von der Schloßinsel enfernt, in der Oberspreestraße 176. Eröffnet im April 1987 als Nudelrestaurant mit 41 Plätzen in der "oberen Preiskategorie", gelang es der Berlinerin Doris Burneleit mit Erfindergeist beispielsweise aus DDR-Edamer eine Art Parmesan-Ersatz zu zaubern. Dann kommt die Wende und verändert alles.

Das Restaurant ist von Köpenick, über den Savignyplatz zunächst nach Prenzlauer Berg gewandert und nennt sich jetzt "Trattoria Paparazzi". Seit Februar 2019 geschlossen, erfolgte der Neustart im Juli 2020. Es gibt tatsächlich noch ein Foto vom Fioretto. Da ich aber nicht über die Bildrechte verfüge, können Sie es über diesen Link aufrufen.
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