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Die HO (Handelsorganisation) hatte in der Zeit von 1948 bis 1990 ein ansehnliches Netz von HO-Gaststätten gebildet. Dies geschah durch Übernahme bestehender Restaurants, die privat betrieben oder während des Krieges aufgegeben worden waren. Die HOG trat in die Pachtverträge ein oder schloss mit den Grundstückseigentümern neue. Diese, zumeist nicht identisch mit dem Betreiber der Gaststätte, freuten sich in der Regel über den solventen Pächter. Inhaber privater Lokale wurden samt Personal übernommen - die neuen Herren der Gastronomie verfügten über genügend interessante Ware, gute Umsätze waren sicher.

Die HO-Gaststätten, zu Beginn geleitet von Jakob Schlör, gelernter Kellner, mit großer Lebenserfahrung und Menschenkenntnis, ehrlich und unbestechlich, von einer sozialistischen Zukunft überzeugt, der jeweiligen Aufgabe mindestens zwölf Stunden am Tag verpflichtet - und von ihr auf Dauer überfordert, bis zur Auflösung der fünf Länder und Bildung von 15 Bezirken der DDR.

Der HO-Gaststättenbetrieb war zugleich Partner für eine wachsende Zahl von Kommissionsgaststätten. Bis zu 20 neue Restaurants jährlich eröffnete die HOG vor dem 1987er Jubiläum, eine bedeutende Expansion, Verschönerungs- und Verjüngungskur. Die Kommissionsgaststätten, deren rührige Inhaber finanziell gut zurechtkamen, stellten ebenso eine Konzession an die Erfordernisse der Praxis dar wie die HO-Bierstuben, die von so genannten Objektleiter- Ehepaaren betrieben wurden.

Im Volksmund wurden die Selbstbedienungs-HO-Gaststätten oft „Fresswürfel“ oder „Dreckscher Löffel“ genannt. Ein Beispiel dafür ist die ehemalige Selbstbedienungs-HO-Gaststätte „Am Zwinger“ in Dresden. Bei ihrer Eröffnung 1967 wurde sie als das „größtes gastronomisches Projekt der DDR“ bezeichnet. Mit ihren sieben Abteilungen war sie mit 1.416 Plätzen und 380 Mitarbeitern zum damaligen Zeitpunkt der größte Gaststättenkomplex in der DDR.

Sie werden platziert! an dieses Hinweisschild im Foyer oder Vorraum der HO-Gaststätten erinnern sich die meisten DDR-Bürger. Man musste geduldig sein und ein Freund der regionalen, herzhaften deutschen Küche, den die markierte das Kernangebot.

Viele HO-Lokale wurden nach der Wende 1990 von den bisherigen Objektleitern übernommen und weiter betrieben, eine glückliche Ausnahme, vergleicht man mit den rigorosen Veränderungen in anderen Wirtschaftsbereichen, vor allem in der Industrie sowie durch die westdeutschen Handelsketten.

© Edition Luisenstadt, Berlinische Monatsschrift Heft 7/2000
Eisenhüttenstadt, HO-Gaststätte 'Aktivist'
© Bundesarchiv, Bild 183-29781-0032

HO-Gaststätte Lonnewitz
© ECHT-PHOTO, DDR Postkarte, Albrecht

HO-Großgaststätte am Zwinger
© Bundesarchiv, Bild 183-F1018-0301-003

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